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13. Oktober - 9. Dezember 2007
 
     
 
Rob Voerman
 
     
 
Eröffnung der Ausstellung
Freitag, 12.10.07 um 19 Uhr
 
     
  Über das Werk von Rob Voerman

Sowohl mein grafisches als auch mein räumliches Werk kennzeichnet sich durch einen Dialog zwischen alten archaischen Erscheinungsformen des bäuerlichen Lebens und der modernen, technisch hochgradig entwickelten heutigen Lebensweise. Durch die augenscheinlich improvisierten Konstruktionen erinnern die Arbeiten an die anonyme Achitektur von Scheunen in Schrebergärten und auf Bauernhöfen. Ein Teil der augenscheinlichen Funktionalität steht in schrillem Kontrast mit der Bauweise der Gebäude.
Häufig offenbart sich dies durch eine sichere selbstzerstörerische Kraft, das Versagen und manchmal selbst die Gefahr.Sicherlich ist dies auch eine Reaktion auf die überorganisierte niederländische Gesellschaft, in der Verfall, Unordnung und Unsicherheit systhematisch aus dem täglichen Leben verbannt sind. In meinem Werk fühle ich die Notwendigkeit, die Bilder und Strukturen, welche ich in meiner Umgebung wahrnehme, fortwährend zu untergraben, sie zu verändern und sie im Rahmen meines Werkes in einen neuen Kontext zu stellen.
Bei meinen Arbeiten ist des öfteren ein Kontrast zwischen Handwerk und modernen- bzw. technischen Einflüssen meiner Themen wahrnehmbar.
Ein Kontrast der meines erachtens ersichtlich wird in der Schnelligkeit von technischen-, sozialen-, und moralistischen Entwicklungen auf der einen Seite und der relativ konstanten Art des menschlichen Geistes, den Bedürfnissen und den Eigenschaften seit der industriellen revolution, andererseits.
Kürzlich habe ich mit einer Werkserie angefangen, in der ich versuche eine Architektur von fiktieven Lebensgemeinschaften, die in abgelegenen oder auch modernen städtischen Gebieten leben, zu entwickeln.
Die Lebensgemeinschaften sollen sich aus einer Mischung von Utopie, Vernichtung und Schönheit formen.
Eine Symbiose aus Hippiegemeinschaften, welche hölzerne Bauwerke am Rande der Sitten errichten, die in den Wäldern von Montana versteckte Hütte des Una-Bombers, aus Art-Deco und andere Einflüssen. Romantik kombiniert mit den düsteren Eigenschaften von Terror und Widerstand.
Das Verlangen die Realität zu verändern wird ausgedrückt in Form von Architektur, wobei der Mensch versucht der Gesellschaft zu entflüchten um eine utopische Welt zu entwickeln. Auf der anderen Seite representiert das Werk eine Mentalität, in der gerade der Konflikt mit der Gesellschaft herausgefordert wird. Die, in bestehende Architektur integrierte, gewalttätig aussehenden Bauwerke, wie auch die oft intimidierend aussehenden anderen Bauwerke, stellen diesen konfliktartigen Aspekt dar. Mein Werk ist ein Versuch, auf die sich schnell verändernde Gesellschaft zu reagieren, ein Versuch vor dieser zu flüchten und zugleich der Versuch, die Veränderung zu reflektieren ohne ein moralisches Urteil zu fällen. Neben meinen 3-dimensionalen und grafischen Arbeiten konzentriere ich mich in letzter Zeit und vor allem im kommenden Jahr ebenso auf Projekte bzw. Installationen, bei denen verschiedene Gebrauchsfunktionen einander kreuzen.In Berlin werde ich beispielsweise ein Bauwerk aus Glas, Karton und Plexiglas herstellen, welches eine Symbiose zwischen einer Auffangstelle für Obdachlose, einem Architekturbüro, einem Gebetshaus und einer Kneipe verkörpern soll . Dieses Bauwerk ist ein Nachfolger der Arbeit “Megafarm”, bei der ich soziale und gesellschaftlliche Kräfte tatsächlich eine Rolle spielen lassen, manipulieren bzw. anwenden will.
Eine weitere Arbeit für “The Architectural Association” in London, die im Laufe dieses Jahres fertiggestellt wird, erhält einen vergleichbaren Charakter, während das Projekt “Off Centre” in Newcastel-upon-Tyne noch direkter referiert mit der städtebaukundlichen Situation vorort.

rob voerman
Real Estate 2006
Courtesy Upstream Gallery

rob voerman
Ausstellungsansichten
MAGAZIN4, Bregenz