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The Big Scene
Emotionalität in der aktuellen Videokunst
Eröffnung:
Freitag, 6. Oktober, 19.00 Uhr
im MAGAZIN 4

Ausstellungsdauer:
7. Oktober bis 19. November 2006

Kuratorenführung mit Susanne Neubauer
am Freitag, 10.11.2006 um 18:30 Uhr
 
   

    

   Federico Lamas Roger, 2004, Courtesy the artist

Gefühlsreaktionen sind ein zentrales Moment des Films. Auch viele zeitgenössische Videos wissen die Möglichkeiten des Films zu rezipieren und setzen eigene, adaptierte Strategien ein, die nicht nur Emotionalität thematisieren, sondern Gefühle beim Betrachter, bzw. der Betrachterin selbst auszulösen vermögen. Die Ausstellung, die einen ausgewählten Einblick in die Arbeiten einiger der zur Zeit interessantesten VideokünstlerInnen aus Europa, Amerika und Asien bietet, versammelt Werke, die sich jenem Typus der Emotion verschrieben haben, den wir allgemein in das Spannungsverhältnis von Liebe, Verlust, Enttäuschung, Wut, Irrationalität einordnen würden. Die Metapher der "großen Geste" bzw. der "big scene", die der Ausstellung seinen Titel verleiht, wird dabei zum Leitbild erhoben. Sie wird historisch wie psychosozial zuallererst als ein gefürchtetes Charakteristikum der Frau zugeschrieben. Hysterie, Urmutterhaftigkeit und die Femme fatale sind die üblichen Themenfelder, die um die "große Geste" assoziiert werden. Das soeben umrissene Frauenbild, das die Filmgeschichte seit den großen italienischen Diva-Filmen der 1900er Jahre geprägt hat, erhält in der Videokunst differenziertere Ausformungen. Mit einer unterschiedliche geschlechterspezifische Merkmale ausformenden Emotionalität folgt die Videokunst ihrer eigenen Ästhetik. Auffallend sind dabei jene Momente, in der sich eine Handlung in höchster Intensität gegen sich selbst kehrt und die einen point culminant vor Augen führen, in dem sich jegliche rationale und emotionale Handlungsfähigkeit unweigerlich zu entleeren scheint. In diesem Moment drehen sich die großen Gefühle nur noch um die eigene Achse und mutieren in ihrer auf sich selbst bezogenen Art und Weise zu einer großen Metapher der Sprachlosigkeit.

Mit Werken von Cao Fei (*1978, China), Jesper Just (*1974, DK), Federico Lamas (*1979, ARG), Javier Pividal (*1971, ESP), Elodie Pong (*1966, CH), Miguel Angel Rios (*1953, ARG) und Aïda Ruilova (*1974, USA).
Gastkuratorin: Susanne Neubauer, Kunstmuseum Luzern (CH)
Zur Ausstellung ist ein Katalog in der M4 disjecta-Serie erschienen >>




1 Jesper Just, /Bliss and Heaven/, 2004, DVD, 7:30 min., Courtesy Galleri Christina Wilson; 2 Aida Ruilova, The Stun, 2000, Courtesy the artist and Salon 94, New York; 3 Cao Fei, Public Space: Give me a Kiss, 2002, Courtesy the artist and Lombard-Freid Projects, New York ; 4 Javier Pividal, L'ombre (out of "Coreografias de sombras"), DVD, 3.39 min, Courtesy the artist