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5. Dezember 2009 – 21. Februar 2010
 
 
Carsten Fock
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Bekannt geworden ist Carsten Fock durch sein zeichnerisches und malerisches Werk, in das er Slogans, Symbole, Songzeilen und Zitate integriert und in dem er sich mit so unterschiedlichen Themen wie Kunst, Mode, Pop, Militär, Werbung, Politik auseinandersetzt. Hierbei sind die von ihm adaptierten Begriffe und Zeichen semiotisch lesbar und erfüllen zugleich auch eine rein formale Funktion. Schriftzüge und Logos erscheinen wie provisorische Denkarchitekturen, die transformiert, revidiert und in Frage gestellt werden. Fock streicht sie aus, überhöht oder zerstört sie, überblendet sie mit Schraffuren, die auch das gesamte Bild wie ein rhythmisches All-Over bedecken können. In seinen jüngeren Zeichnungen verzichtet der Per Kirkeby-Schüler allerdings fast gänzlich auf Schrift oder figurative Elemente. Er nutzt flüchtige Markierungen wie waagrechte, senkrechte oder diagonale Linien, um die Illusion von Perspektive zu erzeugen – doch nur, um diese vermeintlichen Andeutungen von Horizonten, Wäldern oder Bergkuppen in abstrakten Kompositionen kollabieren zu lassen. Seine zugleich gestischen und analytischen Landschaftszeichnungen evozieren Formen der Kunst, die mit Transzendenz, Religion, Ekstase und innerem Erleben in Zusammenhang gebracht werden: deutsche Romantik, Expressionismus, christliche Ikonographie und Outsider-Art. Die Vorstellung vom Künstler als Visionär und avantgardistischem Außenseiter, der „reine“, „ursprüngliche“ Werke hervorbringt, hinterfragt Fock allerdings mit analytischen seriellen Versuchsanordnungen. Durch die beständige Wiederholung entstehen eigenständige Chiffren, die nicht nur vom Scheitern, vom Ende der Moderne künden, sondern auch ihrer Wiederauferstehung: von der Hoffnung auf einen tatsächlichen Fortschritt in der Kunst.

 
     
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