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31. Mai bis 29. Juni 2003
Teresa Margolles 

       
 
"En el aire" (In der Luft)
Installation, 2003

Essenz aus Wasser, Leichenwaschwasser und Seife
6 Stück Seifenblasenmaschinen, Plastikvorhang
Aus Gründen der Hygiene und Sicherheit wurde dieses Wasser vor der Aktion mit antibakteriellen Chemikalien versetzt
Eröffnung: 30. Mai 2003, 19.00 Uhr
Kuratiert von Wolfgang Fetz
Pressekonferenz: 30 Mai, 11 Uhr Magazin4

Im Ausstellungsraum des Magazin4 stehen sechs Seifenblasenmaschinen, die pro Minute 14.400 Seifenblasen produzieren. "Die Blasen sind Leichen: 14.400 Leichen pro Minute"
Die Blasen sind eine Mischung aus normalem Wasser und Seife, versetzt mit Wasser, mit dem Leichen vor der Autopsie gereinigt worden sind. Das Wasser stammt aus dem Leichenschauhaus von Mexico City, wo Teresa Margolles regelmäßig künstlerische Projekte vorbereitet.

In Mexico City fließt das Waschwasser vom Leichenschauhaus üblicherweise durch den Abwasserkanal an den Stadtrand, von wo auch die meisten Toten stammen, die ins Leichenschauhaus zur Identifizierung geliefert werden. Der zyklische Aspekt, der sich hieraus ergibt, findet eine Erweiterung, wenn bedacht wird, dass über die natürliche Verdunstung des Wassers Miniaturteilchen der sterblichen Reste als Regen zu den Lebenden zurückkommen können.
Jede Seifenblase in der Installation ist ein Körper, ein Mordopfer, das fällt. Sie hinterlässt die Spur der Erinnerung an Leben und Tod. Mit ihrer Arbeit weist sie auf die soziale, ökonomische und politische Situation in ihrem Land Mexico sowie dem Großteil der südlichen Hemisphäre hin. Die vergangene und aktuelle Situation, die Gewalt und Brutalität des Alltags, in der legalen wie auch in der illegalen Lebenswelt, fordern täglich unzählige Opfer. Margolles hofft, durch die Präsentation ihrer Arbeit in der westlichen Welt ein Bewusstein zur Situation zu schaffen, um rückwirkend in ihrem eigenen Land die verantwortlichen Instanzen zu bewegen, die längst notwendigen Schritte zu unternehmen, um ein menschenwürdiges Dasein gewährleisten zu können.

1 & 2 Teresa Margolles, Bregenz, 2003
Mariano Gaich, Marianne Greber, Judith Reichart

Courtesy Galerie Peter Kilchmann, Zürich

 


"Meine Arbeit ist wirklich hart. Sie schockiert. Aber solange Verkommenheit,
Armut, Korruption und straffreier Mord existieren, werde ich das Konzept meiner
Arbeit nicht ändern". (1)

Biografie Teresa Margolles